29. März 2019
Allgemein

Jetzt kommt die Sommerzeit

In der Nacht von Samstag auf Sonntag werden die Uhren eine Stunde vorgestellt

Durch die Zeitumstellung der Winterzeit auf die Sommerzeit bleibt es eine Stunde länger hell, die Tage werden dadurch länger und es gibt mehr Möglichkeiten, auch abends noch im Freien etwas zu unternehmen. Symbolfoto: pixabay/oh

Helmstedt. Der Sommer kommt zurück, wenn auch zunächst nur auf der Uhr. In der Nacht zum Sonntag (31. März) werden die Zeiger um eine Stunde vorgestellt – von 2 Uhr auf 3 Uhr. Damit gilt wieder die Mitteleuropäische Sommerzeit (MESZ). Die Folgen: Morgens bleibt es länger dunkel, abends länger hell.

Es ist zwar nur eine Stunde, die in der kommenden Nacht durch die Umstellung verloren geht, trotzdem kann sich ein Mini-Jetlag bemerkbar machen. „Jeder Mensch hat seine innere Uhr, nach der er lebt. Die biologischen Funktionen unseres Organismus richten sich danach – jedoch nicht ganz ohne äußere Einflüsse. Während junge gesunde Menschen die Zeitumstellung in der Regel problemlos wegstecken, kann der Organismus älterer oder kranker Menschen bis zu zwei Wochen benötigen, sich anzupassen“, erklärt Dr. Si Huyen Nguyen, Leiter des Schlaflabors und Leitender Oberarzt der Kardiologie in der Helios Sankt Marienberg Klinik Helmstedt.

Gerade mit der Zeitumstellung spiele unter anderem das Schlafhormon Melatonin beispielhaft eine wichtige Rolle. „Die Produktion von Melatonin wird mit vom Tageslicht reguliert. Klingelt der Wecker plötzlich um 5 Uhr statt um 6 Uhr, ist es morgens noch dunkel. Das Melatonin ist dann noch nicht vollständig abgebaut und sorgt für Trägheit, Müdigkeit, und Konzentrationsschwäche“, sagt Dr. Si Huyen Nguyen und fügt hinzu: „Zudem kann der Mini-Jetlag allgemeines Unwohlsein, depressive Verstimmung, Gereiztheit und gastrointestinale Beschwerden hervorrufen – jedoch wie gesagt nur in einer begrenzten Zeit und er führt in der Regel nicht zu ernsthafter Gesundheitsschädigung.“

Dennoch: Bei Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder einem Schlafapnoe-Syndrom könne die Zeitumstellung den gesundheitlichen Allgemeinzustand aufgrund des gestörten Schlaf-Wach-Rhythmus und damit verbundenen möglichen Schlafstörungen und Kreislaufstörungen empfindlich beeinflussen.

Übrigens: Das Ende der Zeitumstellung ist am vergangenen Dienstag mit der Abstimmung im Europäischen Parlament einen entscheidenden Schritt näher gerückt. 410 Abgeordnete votierten in Straßburg dafür, 192 dagegen, 51 enthielten sich der Stimme. Bevor nun die abschließende Entscheidung kommen kann, müssen sich allerdings die EU-Verkehrsminister auf eine gemeinsame Linie einigen. Anschließend müssen sie mit Unterhändlern des EU-Parlaments einen Kompromiss finden. Damit wird nicht vor Herbst 2019 gerechnet.

 

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