Frühjahrsputz in der Mühle

Volkswagen-Mitarbeiter tragen einen Schutzanstrich mit Flachpinseln und Firnisöl auf

Marc Blaschke, Klaus Röhr, Stephan Kasischke, Shyla Blei-Kuska und Markus Wehmann (von links) waren in der Mühle im Einsatz. Foto: Werner Gantz

Räbke. Volkswagen-Mitarbeiter aus Wolfsburg beteiligen sich an der betriebseigenen Aktion „Volkswagen pro Ehrenamt“ und stellen jedes Jahr einen Weihnachtswunschbaum auf: Nach umfassender Bewerbung ist dort die Mühle Liesebach in Räbke als „Preisträger“ gekürt worden. Der Vollzug des Angebotes in dem Mühlenmuseum ehrenamtliche Arbeit zu leisten, wurde am vergangenen Samstag vorgenommen.

Es erschienen aus verschiedenen Abteilungen drei Mitarbeiter und eine Mitarbeiterin von VW. Vom Vorsitzenden des Mühlen-Vereins Klaus Röhr gab es zunächst einen Einblick in den Werdegang der Immobilie. Der Betrieb wurde 1954 von der Familie Liesebach geschlossen. Zu viele kleine Mehl- und Schrotmühlen gab es nicht nur im Braunschweiger Land, sondern auch bundesweit. Stilllegungen waren deshalb aus wirtschaftlichen Gründen erforderlich. Beispiele: Während die Mahlleistung in Räbke maschinell von drei Tonnen Getreide pro Tag vorhanden war, sind es in Flechtorf 800 Tonnen und in Rüningen sogar 1000 Tonnen im 24-Stunden-Takt.

Seit 2009 besteht der gemeinnützige Förderverein mit 165 Mitgliedern und dem Ziel, in Räbke das Gruppendenkmal für die Nachwelt zu erhalten und in einen lauffähigen Zustand zu versetzen. Unterstützung gab es schon von einigen regionalen und fachlich kompetenten Unternehmen bei den Erneuerungs- und Sanierungsarbeiten.

Die Hilfe aus Wolfsburg wurde gern angenommen. Von dem Techniker Gerhard Gödeke wurden die Helfer eingewiesen. Weil bisher alle Holzteile in der Mühle über Jahrzehnte noch keinen Schutzanstrich erhalten haben, übernahmen die Mitarbeiten von VW diese Arbeit mit Flachpinseln und Firnisöl. Gunnar Kilian vom VW-Vorstand wurde erwartet. Wegen Krankheit musste er leider absagen.

Aus Wolfsburg kam Anerkennung: Wir von „Volkswagen Pro Ehrenamt“ möchten uns bei den Organisationen der Vereine aus der Region, für die bereits geleistete Arbeit bedanken. Insbesondere das ehrenamtliche Engagement möchten wir hervorheben, ohne das viele Dinge nicht funktionieren würden. Deshalb kommen auch wir gern, um sie zu unterstützen. Wir haben schon in der Vergangenheit gebacken, gekocht, gemalert, gegärtnert, gebaut, begleitet, gesportelt und bei Veranstaltungen mitgearbeitet.

Das Objekt Mühle Liesebach in Räbke findet Anerkennung über die Grenzen der Region hinaus. Räbke mit 715 Einwohnern gehört zu den drei Landessiegern des Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft!“ 2019 geht es also in den Bundeswettbewerb und das Gruppendenkmal spielt bei der Bewertung eine Rolle. Im Außenbereich wird gern das Wasserrad als Antrieb mit einem Durchmesser von 3,65 Meter und 42 Schaufeln bewundert.

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