Fußball-Wahnsinn im Breisgau - Neue Helmstedter
13. Februar 2019
Sport

Fußball-Wahnsinn im Breisgau

Videoschiedsrichter verhindert VfL-Niederlage – Freiburg und Wolfsburg trennen sich 3:3

Zweikampf: Brooks gegen Niederlechner. Foto: regios24/Darius Simka

Wolfsburg. Fußball-Wahnsinn im Breisgau! Dreimal lag der VfL Wolfsburg in der Bundesliga-Partie beim SC Freiburg in Führung, dreimal kassierte er den Ausgleich – und wäre beinahe als Verlierer vom Platz gegangen. So stand am Ende ein turbulentes 3:3-Unentschieden, an dem auch die Unparteiischen ihren Anteil hatten.

VfL-Coach Bruno Labbadia veränderte seine Elf im Vergleich zur DFB-Pokal-Partie bei RB Leipzig (0:1) unter der Woche auf drei Positionen: Kapitän Josuha Guilavogui gab nach Oberschenkelzerrung sein Comeback, für ihn musste Elvis Rexhbecaj auf die Bank. Hinten rechts bekam mal wieder William anstelle von Paul Verhaegh die Chance, und Josip Brekalo ersetzte Yunus Malli. Eine gute Entscheidung, wie sich herausstelle.

Denn der flinke Kroate bediente in Minute 11 Jerome Roussillon wunderbar mit dem rechten Außenrist. Der Linksverteidiger behauptete sich am Strafraum gegen Mike Frantz und besorgte per Flachschuss ins kurze Eck das 1:0.

Die Elf von Trainer Christian Streich erhöhte in der Folge die Schlagzahl, hatte aber Probleme mit dem laufintensiven Vortrag der Gäste und brauchte einen Abwehrfehler, um ins Spiel zurückzukommen. Innenverteidiger John Anthony Brooks sicherte einen langen Schlag von Dominique Heintz mit der Brust, ließ den anrennenden SC-Kapitän Nils Petersen aussteigen, übersah aber Florian Niederlechner im Rücken. Der 28-Jährige stibitzte dem gebürtigen Berliner die Kugel und sah links den völlig freien Vincenzo Grifo, der das Zuspiel direkt nahm (37.) – der erste Treffer des Italieners seit seiner Rückkehr nach Freiburg.

Die Niedersachsen hätten durchaus mit einer Führung in die Kabine gehen können, Philipp Lienhart grätschte aber Brekalos Versuch gerade noch so über die Querlatte (41.). Zudem entschied Schiedsrichter Felix Brych nach Wout Weghorsts Querpass nicht auf Elfmeter – Renato Steffen war im Zweikampf mit Christian Günter zu Boden gegangen (45.+2): strittig.

Nach etwas mehr als einer Stunde bekamen die ganz in weiß gekleideten Wölfe dann ihren Strafstoß. Nach Flanke von Guilavogui rang Robin Koch Weghorst im Sechzehner nieder. Der Niederländer ließ sich die Gelegenheit nicht nehmen und verwandelte unhaltbar für Freiburgs Torhüter Alexander Schwolow hart und platziert unten rechts (63.).

Dann bewies Grifo mal wieder seine Qualität bei Standards. Die präzise und scharf getretene Ecke des linken Mittelfeldspielers landete am ersten Pfosten, wo sich Petersen im Getümmel gegen Maximilian Arnold durchsetzte und mithilfe der Unterkante der Latte erneut ausglich (70.).

Das schönste Tor des Tages sollte aber erst noch folgen. Nach Flachpasskombination ließ William auf rechts Günter aussteigen, sprintete nach vorne und spielte im Zentrum Weghorst an, der das Leder überragend mit der Hacke in den Lauf des durchgestarteten Steffen beförderte. Der Schweizer schlenzte das Spielgerät mit seinem starken linken Fuß hoch in die lange Ecke. Die Vorentscheidung?

Mitnichten. Denn drei Minuten vor dem Abpfiff schafften es weder Torhüter Koen Casteels noch die VfL-Hintermannschaft, den Ball zu klären, sodass der eingewechselte Luca Waldschmidt nach Brustablage von Petersen für den Ausgleich sorgte und das mit 23 600 Zuschauern fast ausverkaufte Schwarzwald-Stadion zum Beben brachte.

Fast wäre es noch schlimmer gekommen für die Wölfe: Waldschmidt fand mit seiner Ecke in Minute 93 Lienhart, der per Kopfballwischer ins lange Eck auf 4:3 stellte. Allerdings griff der Videoschiedsrichter ein und entschied auf Abseits, da Heintz den VfL-Keeper behindert hatte.

Durch das Remis und den 5:1-Sieg von Bayer Leverkusen bei Mainz 05 rutschten die Wolfsburger wieder aus den Europa-League-Rängen.

Tore: 0:1 Roussillon (11., Brekalo), 1:1 Grifo (37., Niederlechner), 1:2 Weghorst (63., Foulelfmeter, Weghorst), 2:2 Petersen (70., Grifo), 2:3 Steffen (74., Weghorst), 3:3 Waldschmidt (87., Petersen).

VfL: Casteels – William, Brooks, Knoche, Roussillon – Guilavogui – Gerhardt, Arnold – Steffen (79. Rexhbecaj), Brekalo (90.+5 Uduokhai) – Weghorst (90.+2 Klaus).

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