Jugend treibt den „Bären“ durchs Dorf

Faschingsgruppe feiert 125-jähriges Bestehen

Einige Mitglieder der Faschingsjugend halten eine der an die zwei Meter langen Heuwürste, in die am Sonntag der Bär verpackt wird. Foto: Faschingsjugend/oh

Querenhorst. Was für ein Spektakel, das die Menschen in Querenhorst seit nunmehr 125 Jahren immer wieder zur Faschingszeit zelebrieren: Sie treiben einen Heubären durch das Dorf. Woher diese Tradition kommt, kann niemand wirklich sagen. Einig sind sie sich in Querenhorst allerdings über die Faschingsjugend. Die gibt es ebenfalls 125 Jahre und stellt sowas wie ein bindendes Element im Dorfe dar.

Etwa 30 Mitglieder zählt sie aktuell. Das klingt nicht viel, allerdings sind die 30 überaus aktiv. Am vergangenen Wochenende trafen sich einige von ihnen, um Heu zu drehen. Dies gleich zur Klärung: Die jungen Frauen und Männer rauchen kein Heu. Sie drehen es zu langen Würsten, um darin ihren Bären zu verpacken. Der ist natürlich ein Zweibeiner, kann sprechen und heißt, wenn er nicht gerade als Bär durch das Dorf getrieben wird, Tom Kahl. Fünf dieser an die zwei Meter langen Würste aus Heu haben sie gedreht. Jetzt warten diese auf ihren Einsatz am kommenden Sonntag. Dann wird Tom damit gut verpackt, und ab geht es durch das Dorf.

„Der Brauch des Heubären soll wohl böse Geister und den Winter vertreiben“, glaubt Querenhorsts Bürgermeister Thomas Martini. Vor allen Dingen aber sei er ein großer Spaß. Und genau dafür ist die Faschingsjungend unter anderem zuständig. In ihr sind junge Frauen und Männer organisiert, hier und da auch ein paar ältere Menschen, nun ja, etwas ältere. Und das war nicht immer so.

„Früher war die Faschingsjugend ausschließlich Männern bis maximal 25 Jahren vorbehalten“, so Martini. Gut, dass auch Querenhorst mit der Zeit geht. Das Leben im Dorf an der Schwelle zum Nordkreis funktioniere gut, meint Stefan Ickert. Der Helmstedter des Jahres 2018 ist Mitglied in der Faschingsjugend und fühlt sich dort exzellent aufgenommen.

Vielleicht läuft es in Querenhorst aber auch, weil einige Aktive sozusagen eine Art Schnittmenge darstellen, wie Thomas Martini es erklärt. Er meint damit Menschen, die etwa in der Faschingsjugend als auch bei der Freiwilligen Feuerwehr mitmischen. Die Vernetzung sei in heutiger Zeit wichtig. Das Heudrehen am Samstag war der Auftakt für das Jubiläumsjahr.

Neben dem fröhlichen Faschingsfest stehen in diesem Jahr außerdem das Sommerfest für Kinder sowie auch das „Rock in Q-Festival“ auf dem randvollen Programm der Jugend.

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