Ein Hexenschuss kommt selten allein

Noch diese Woche spielt die Schunterbühne Lehre eine komische Farce von John Graham

Die Schauspieler der Schunterbühne waren zur Premiere perfekt aufgelegt und versprühten jede Menge Spiellust. Foto (Archiv): Darius Simkaregios24

Lehre. Sowas kommt von sowas: Der scheinheilige Fernsehprediger Peter Raven trifft sich zu einem Techtelmechtel mit Sally, der Frau des Flugkapitäns Lennard Hills, in eben deren Wohnung, und dann das: Ihn trifft ein Hexenschuss.

Was nun? Denn der auf einem Flug geglaubte Kapitän kommt unerwartet zurück. Und nicht nur das. Er hat die Wohnung eigentlich seinem Freund Roger, einem wahren Casanova, für ein paar Tage versprochen. Da kommen weder das Techtelmechtel noch das unerwartete Ausbleiben seines Fluges gelegen, wobei er vom Techtelmechtel ja gar keine Ahnung hat.

Das Ensemble der Schunterbühne Lehre spielt noch diese Woche das herrlich schräge Stück „Hexenschuss – oder der Bandscheibenvorfall“ von John Graham, eine Farce in zwei Akten. Das aktuelle Stück reiht sich passend zum 20. Geburtstag der Bühne nahtlos in den Reigen unkonventionellen Klamauks mit allem, was sich für einen Angriff auf die Lachmuskulatur der Zuschauer eignet, ein. Es steckt voll von zweideutigen Dialogen, jeder Menge Verwechselungen, verwirrenden Handlungen und komischen Charakteren.

Der komischste von allen ist in diesem Stück eindeutig die blinde Klavierstimmerin, die zwar nix sieht, dafür ihre Nase und Ohren überall hat. Neben ihr gibt es noch den Herrn Dokotor Mr. McKanzie, ein schottischer Steifarsch, dessen Bewaffnung lange Spritzen sind. Ach, und dann ist da noch die völlig bekiffte oder besoffene Annabelle. Sie ist die Gespielin des Casanova Roger. Und schließlich tritt die Generalmanagerin des Senders, für den Peter Raven seine Scheinheiligkeit zur Schau stellt, auf. Nicht auszumalen, wenn auf die mal ein Schatten fallen sollte.

Die Szenerie auf der Bühne wird im Laufe des Stücks immer komplizierter und verwirrender, was der Komik aber überhaupt keinen Abbruch tut. Schlüpfrige Dialoge, Missverständnisse, verrückte Geräusche aus der Badewanne – das Publikum der Premiere am vergangenen Samstag gluckst und prustet vor Lachen, überblickt es die Szenerie doch perfekt, weil die Bühne in drei Spielbereiche aufgeteilt ist.

Die Schauspieler waren zur Premiere perfekt aufgelegt und versprühten jede Menge Spiellust. Selbst Versprecher verarbeiteten sie perfekt mit improvisierter Komik, was nur für zusätzliche Lacher sorgte. Und für den absoluten Ernstfall hatte Carola Dalfuß als Souffleuse alles im Griff.

In den Rollen sind zu sehen: Sabine Fitzke-Torney als Sally, Jens Hoppe als Peter Raven, Daniela Popinet als die blinde Klavierstimmerin, Janina Meyer als Annabelle, Reinhard Anton als Mr. McKanzie, Sigrid Hoppe als Generalmanagerin sowie Dirk Nilson als Pilot Lennard Hills. Die Regie hat Veronika Fitzke.

Die nächsten Vorstellungen in der Börnekenhalle Lehre: Freitag (8. Februar) um 19.30 Uhr sowie am Samstag (9. Februar) jeweils um 15 und 19 Uhr. Zur Nachmittagsvorstellung am Samstag (9. Februar) gibt es ab 14 Uhr Kaffee und Kuchen. Der Eintritt kostet zwölf Euro. Infos gibt es im Internet unter www.schunterbuehne-lehre.de.

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