„Es war ganz einfach Herzarbeit“

Domkantor Andreas Schultz ist im Kaiserdom in den Ruhestand verabschiedet worden

Gemeinsam ziehen Domkantor Andreas Schultz und Pröpstin Martina Helmer-Pham Xuan in den Kaiserdom ein. Foto: Werner Gantz

Königslutter. Die Stiftskirchengemeinde hat am vergangenen Sonntagnachmittag mit einem zweistündigen Gottesdienst Domkantor Andreas Schultz im Kaiserdom Königslutter verabschiedet.

Nach knapp 37 Dienstjahren mit umfangreichen Aufgaben tritt er nun seinen wohlverdienten Ruhestand an. In einigen Laudationen wurde seine Arbeit nicht nur im musikalischen Bereich gewürdigt. Seine Hilfsbereitschaft und technische Fachkompetenz wurde allseits gelobt. Kirchenvorstandsvorsitzende Ute Schmalbruch stellte fest: „Ein Nachfolger ist noch nicht in Sicht.“ Zum Glück sei er noch nicht ganz weg, stehe aushilfsweise zur Verfügung und behielte die Leitung des Posaunenchores, wie bekannt gemacht wurde.

In Kurzform schilderte die Vorsitzende den Werdegang des Kantors. Die Musikalität lag in der Familie und war von Vater Bruno geprägt. So spielte schon der achtjährige Andreas Trompete. Hinzu kam danach die Ausbildung am Klavier und an der Orgel. Gärtner, das war nach der Schulzeit seine Berufsausbildung. Der Hang zur Musik überwog jedoch und so begann unter der Leitung von Kantor Eberhard Auerswald drei Jahre die Einführung zur Kirchenmusik in der Stadtkirche.

Die vertragliche Übernahme zur Stiftskirchengemeinde erfolgte am 1. Januar 1982. „Andreas Schultz hat in seiner Laufbahn gezeigt, was Musik alles leisten kann. Es war ganz einfach Herzarbeit und wir sind außerordentlich dankbar“, trug Pröpstin Martina Helmer-Pham Xuan vor. Hinzu kam das Gärtnerische und die diakonische Komponente.

Für den Kirchengemeindeverband sprach Christine Jahn. Sie zählte die vielfältigen Leistungen in den Arbeitsbereichen des Kantors auf. Es gibt die Gruppen für Anfänger des Blockflötenspiels, das Flötenorchester und das Blockflötenensemble. Und weiter der Kinderchor, der Domchor und die Band „Präsentation“, sowie der Posaunenchor. Sie gestalteten alle den Abschiedsgottesdienst.

Die restaurierte Orgel im Dom spielte Schultz bei jedem Anlass mit Leidenschaft. „Andreas Schultz arbeitete nicht nur für die Kirche, er hat in der Kirche gelebt“, sagte die Vorsitzende und löste Dankesbeifall der Kirchenbesucher aus.

Landeskirchenmusikdirektor Claus-Eduard Hecker und Kantor Matthias Wengler ehrten den Scheidenden mit Worten und beschwingter Musik von Reinhard May: „Ich bin Kantor von Beruf, ein dreifach hoch dem der ihn schuf.“

Beim anschließenden Empfang im Gemeindezentrum gab es Gelegenheit sich persönlich zu verabschieden. Die Predigt hielt der langjährige Weggefährte Pfarrer Manfred Trümer, der eigens zu diesem Anlass aus seinem neuen Wohnsitz Oldenburg nach Königslutter kam. Thema waren die gemeinsamen Jahrzehnte in „ihrem Dom“.

In einem vorausgegangenen Interview erklärte Andreas Schultz: „Ich bin Kirchenmusiker geworden, weil der liebe Gott mich zur rechten Zeit an die Hand genommen und mir den Weg gezeigt hat. Vorprogrammiert war dieser Weg nicht.“

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