Rettung für den Rapunzelturm

Die Sanierung des Harbker Turms ist dank Unterstützer und Fördermittel gesichert

Claus Mangels, Andreas Binroth, Harald Binroth, Dr. Gunnar Schellenberger, Gabriele Brakebusch, Maren Sieb und Werner Müller (von links) freuen sich über die anstehende Sanierung. Foto: oh

Harbke. Der Durchbruch ist geschafft: Harald Binroth, heutiger Eigentümer der Turmruine in Harbke, hat die notwendigen finanziellen Mittel für die Sanierung des Bauwerkes, das im Volksmund Rapunzelturm genannt wird, in Höhe von rund 200 000 Euro zusammengetragen: Zunächst signalisierte die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, unterstützt von der Lotterie GlücksSpirale, ihre Bereitschaft, sich mit 10 000 Euro an den Kosten zu beteiligen. Es folgte eine Fördermittelzusage des Landes Sachsen-Anhalt über 73 530 Euro und ein Schreiben von Staatsministerin Monika Grütters, das eine Beteiligung des Bundes über 83 000 Euro in Aussicht stellte. Binroth, der sich als Forstunternehmer regional engagiert, trägt selbst insgesamt 31 800 Euro der Gesamtsanierungskosten.

Der Königslutteraner wird zudem die Konzeption und Umsetzung der Ausstellung zur Park- und Forstgeschichte des Harbker Schloss-Ensembles finanzieren, die Zuwegung zum Turm instandsetzen und den Turm ans öffentliche Stromnetz anschließen. Ferner soll die im Turmfuß eingerichtete Gedenkstätte zu Ehren der in den beiden Weltkriegen Gefallenen erhalten bleiben.

Mit der Sanierung des Turmes soll unter der Projektleitung von Andreas Binroth so schnell als möglich begonnen werden. „Bauwerke wie die Harbker Turmruine sind wichtige Zeugnisse ihrer Zeit. Sie sind nicht nur schön anzusehen, sondern halten auch die Erinnerung an unsere Geschichte wach“, sagt Andreas Binroth, „auf die Turmruine trifft das doppelt zu, da wir ja nicht nur das Gebäude sanieren, sondern im Inneren auch eine Ausstellung zur Harbker Park- und Forstgeschichte einrichten werden.“

Auch für die Landtagspräsidentin Gabriele Brakebusch aus Harbke sei das Projekt eine Herzensangelegenheit. Entsprechend erleichtert zeigte sie sich zum offiziellen Startschuss-Termin.

Werner Müller, Bürgermeister von Harbke, wies bei der Sanierungsstartschuss-Veranstaltung abschließend darauf hin, dass die Gemeinde das Vorhaben immer unterstütze, „wenn auch nicht mit konkreten Maßnahmen, dann zumindest moralisch“.

Die Turmruine in Harbke gilt als imposantes Baudenkmal. Ab 1848 im Ruinenstil als im wahrsten Sinne herausragendes Element des Harbker Schlossensembles erbaut, wurde der Turm im einstigen Lustwald mit den Jahrzehnten seinem ruinösen Namen immer mehr gerecht. Nach der Wende befand sich der Ruinenturm in einem besorgniserregenden Zustand: Decken und Wendeltreppe im Turminneren waren eingestürzt, das Dach undicht, Feuchtigkeit hatte dem Mauerwerk stark zugesetzt.

„Die Sanierung findet in enger Abstimmung mit dem Denkmalschutz statt und wird von Unternehmen durchgeführt, die über viel Erfahrung in diesem Bereich verfügen“, betont Andreas Binroth zufrieden. „Insofern bin ich zuversichtlich, dass der Turm am Ende wieder im alten Glanz erstrahlt und für die nächsten 100 Jahre in seinem Bestand gesichert ist.“ Die Instandsetzung wird jetzt zeitnah beginnen, aus Witterungsgründen kann der Hauptteil der Arbeiten jedoch erst zum Ende des Winters durchgeführt werden.

 

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