Jagdhunde: „Suchen und Apport“ - Neue Helmstedter
16. November 2018
Freizeit

Jagdhunde: „Suchen und Apport“

Vor der Jagdhundeprüfung gab es einen Vortrag mit dem Thema „Rückkehr der Wölfe“

Aufbruch im Elm an der SBK-Mandala-Hütte zu den ausgelegten Fährten: Henning Johns, Eike Behrens, Bernd Kopmann, Silke Wendt, Jörg Blecker, Reinhard Börner, Ute Blecker und Silvia Mehmel-Edeler (von links). Foto: Werner Gantz

Helmstedt. Enten apportieren, Hasen holen, Rehe finden, alles möglichst perfekt: Auch Jagdhunde machen ihr Gesellenstück. Am Samstag lud der Jagdgebrauchshundeverein Braunschweig unter der Schirmherrschaft der Landesjägerschaft Niedersachsen zur 53. Elm-Verbandsschweißprüfung und der 13. Elm-Verbandsfährtenschuhprüfung ein. Die Teilnehmer kamen wegen des guten Rufes dieser Prüfung und Ausrichtung von weit her angereist.

Ausgebildete Hunde, das können verschiedene Rassen sein, sind für die Jagd als treue Helfer vorgeschrieben. Mit der zusätzlichen Eignung sind sie für die Nachsuche zugelassen.

Für die Prüfung wurden in Abständen Blutstropfen (Schweiß) als Fährte verwendet. Diese Strecke durften die Nasen der Vierbeiner nicht verlassen. So fanden sie zum verletzten Stück Wild und meldeten das per Laut dem Jäger.

Als Vorprogramm zur Prüfung gab es eine Vortrags- und Diskussionsveranstaltung mit dem Thema „Rückkehr der Wölfe“. An der Diskussion beteiligten sich auch Forstdirektor Andreas Baderschneider aus Wolfenbüttel, die Vorsitzenden der Jägerschaften Hubert Böning aus Helmstedt und Alfred Wesche aus Wolfenbüttel. Für das Landvolk Braunschweiger Land war Volker Meier anwesend, der auch als Wolfsberater fungiert.

Wie so oft in einer Demokratie so sind auch die Meinungen zum Thema „Wölfe in Deutschland“ zweigeteilt und wird kontrovers diskutiert. Während die Bewohner in den Städten weniger Berührungsängste haben müssen, ist die Landbevölkerung doch wegen der Sicherheit besorgt. Tierhalter sind schon zum Teil in einigen Regionen erheblich Geschädigte. Personenschäden sind noch nicht bekannt. „Wölfe sind Fluchttiere und meiden die menschliche Nähe“, führte in seinem Referat Theo Grüntjens, ehemaliger Leiter des Forstbetriebes Rheinmetall in Unterlüß, aus.

Die aktuelle Bestandsaufnahme macht die Ausbreitung deutlich. Der europäische Grauwolf begann 1996 mit der Einwanderung über die Lausitz. Dort gibt es nun 65 Rudel mit etwa 650 Tieren. In Niedersachsen sind rund 20 Rudel registriert. Mit einer Verdoppelung des Besatzes mit etwa 1000 Wölfen in Deutschland ist alle zwei Jahre zu rechnen. Zur Erhaltung dieser Tierart wären die Bestände in Italien mit 1000, in Südosteuropa mit 7000 und in Russland mit 20 000 Wölfen gesichert. Weshalb also die übertriebene Willkommenskultur mit grundsätzlichem Bleiberecht und Schutz nach EU-Recht?

Rot- und Rehwild würden Schäden durch Verbiss anrichten. Seitdem es hier Wölfe gäbe, sei schon ein Rückgang dieser Schäden im Wald zu verzeichnen, so der Referent. „In dicht besiedelten Ländern wie Deutschland sollte die Bestandsgröße der Wölfe den Gegebenheiten angepasst werden“, ist unter anderem auch die Aussage vom Kreisjägermeister Henning Thiele aus Helmstedt. In den nordischen Ländern werde das so praktiziert.

1Gibt es hier nun auch schon Wölfe? Diese Frage bewegt die Schafhalterin Kirsten Krusche mit 70 Tieren aus Beierstedt. „Sichtungen seien zwar schon gemeldet, aber es fehlte in jedem Fall der Nachweis, dass es tatsächlich Wölfe waren“, betont Henning Johns aus Twieflingen, Jäger, Hundeobmann und Wolfsberater. Er ist Vorsitzender des Jagdgebrauchshundevereins und war Leitender der Elm-Verbandsschweißprüfung und Verbandsfährtenschuhprüfung.

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