„Ich bin so frei“ – Workshop begeistert im Dom

Judy Bailey und Band begleiteten Gottesdienst zum Reformationstag mit einem Konzert

"Gott, wir möchten dir danken, dass wir hier sein dürfen“, sagte in deutscher Sprache Judy Bailey (vorne) zu Beginn ihrer Liedbeiträge im Kaiserdom. Foto: Werner Gantz

Königslutter. Ein Reformationsfest mit Judy Bailey und Band fand am Reformationstag im Kaiserdom in Königslutter statt. Es titelte: „Ich bin so frei!“ Einladende war die Pröpstin Martina Helmer-Pham Xuan von der Propstei Königslutter. Der Erfolg war mit 100 Teilnehmern und über 500 Kirchenbesuchern überwältigend gut.

Judy Bailey ist eine bekannte Blues- und Soulsängerin, gebürtig aus Barbados. Sie vermittelt mit ihren Liedern in aller Welt Hoffnung aus voller Seele. Ihre musikalische Reise führte sie in dreißig Länder und auf jeden Kontinent. Sie arbeitete zusammen mit Musikern wie Eddy Grant, den Söhnen Mannheims, dem Beethoven Orchester Bonn, Chören aus Ägypten, den Philippinen, auch in Tansania und in Deutschland. Sie spielte vor Millionären, Ministern und Präsidenten, sie sang für Papst Franziskus in Rio vor drei Millionen Menschen, setzt sich für Obdachlose, Gefangene und Flüchtlinge ein.

Als Botschafterin von World Vision ist sie seit Jahren vor allem für die Belange der Menschen in Afrika unterwegs. Mit ihrer Band erlebten die Besucher im Dom mit Daniel Jakobi (Cajon-Workshop) und Leroy Johnson (Choir Master) ganz unterschiedliche Gemeinde- und Musikkulturen. „Wir wollen uns von ihr und ihrer Band anstecken lassen und mitein­ander mit ganzem Herzen singen“, hieß es in der Einladung, und es funktionierte.

Ab 11 Uhr begann die erste Session gegen eine Tagesgebühr von 25 Euro. Im Programm Musik- und Rhythmusübungen/Warm-up/Spiele/ Bodypercussion. In zwei Gruppen ging es weiter mit dem Workshop und Vorbereitungen für das Konzert. Die erste Gruppe lernte Chorlieder, auch Stimm- und Singtechniken. Die Rhythmusgruppe befasste sich mit Cajons, das sind Holztrommeln im Form kleiner Sitzkisten. Mit Spannung wurde der Erfolg der Arbeit erwartet.

Und dann war es soweit. Pröpstin Martina Helmer-Pham Xuan stand etwas unter Anspannung, als sie bei der Begrüßung um 17 Uhr sagte: „Wir haben Sie zu einem Gottesdienst eingeladen, den wir so noch nicht geprobt haben. Hoffentlich geling es.“ Alle waren nach rund 90 Minuten voll des Lobes. Die Musik, der Chor, die Stimmung und natürlich der Gesang von Judy Bailey kamen gut an. Die Vorsitzende des Kirchenvorstandes der Stiftskirche Ute Schmalbruch gab begeisternd ihr Statement zu dem Erlebten: „So eine volle Kirche mit altersübergreifenden Besuchern, die sich vom Geschehen mitnehmen ließen, wünschen wir uns öfter.“

Die Predigt hatte das Thema des Reformationstages zum Inhalt und wurde gemeinsam von der Pröpstin, Ute Meerheimb, Robert Giesecke und Jonas Stark von den Kirchen, die zur Propstei gehören, gehalten. Sie führten auch das Wandelabendmahl durch.

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