Erster Schritt Richtung Viertelfinale - Neue Helmstedter
19. Oktober 2018
Sport

Erster Schritt Richtung Viertelfinale

Fußball: VfL-Frauen besiegen Madrid – Sonntag kommt Freiburg

Starke Leistung: Ewa Pajor (rechts) vom VfL. Foto: rs24/D. Simka

Wolfsburg. Der erste ganz große Schritt in Richtung Viertelfinale ist getan: Die Fußballerinnen des VfL Wolfsburg setzten sich im Achtelfinalhinspiel der Champions League gegen den spanischen Meister Atlético Madrid nach anfänglichen Problemen noch klar mit 4:0 (0:0) durch.

Gegen die in der ersten Hälfte kompakt verteidigenden Spanierinnen bedurfte es für den VfL eine Minute nach dem Seitentausch etwas Glück. Pernille Harders Linksschuss, ein tückischer, aber nicht unhaltbarer Aufsetzer, überraschte Atléticos Torfrau Dolores Gailardo. „Das war der Türöffner“, sagte VfL-Trainer Stephan Lerch. Ewa Pajors Kopfballtreffer zwei Minuten nach dem 1:0 löste den Knoten. „Danach waren Sicherheit und Selbstvertrauen da“, so Lerch.

Dafür, dass der VfL beruhigt zum Rückspiel am 30. Oktober in die spanische Hauptstadt reisen kann, sorgten Caro Hansen per Flachschuss zum 3:0 (61.) und erneut Harder, die mit Drehschuss zum 4:0-Endstand traf (67.). „Wir sind total froh über das Ergebnis“, sagte Lerch, der sich während der Partie mehrfach zu personellen und taktischen Veränderungen gezwungen sah. Lara Dickenmanns frühzeitiger Ausfall (11.) – die Linksverteidigerin zog sich ohne Fremdeinwirkung eine Knieverletzung zu – trug zunächst nicht zur Beruhigung des VfL-Spiels bei. Atlético verdichtete in der eigenen Hälfte geschickt die Räume, vorne war Ludmilla da Silva ein ständiger Unruheherd.

„Ich musste mehrfach meinen Turbo einschalten“, sagte Sara Doorsoun, die in der Innenverteidigung neben Nilla Fischer auflief. Durch geschicktes Stellungsspiel kam Doorsoun indes oft um Laufduelle mit der 23-jährigen Brasilianerin herum. Die unruhige erste Hälfte hätte allein Harder ihrem Team ersparen können. Die Toptorjägerin des VfL setzte den Ball frei links am Atlético-Tor vorbei (20.). Drei Minuten später sah sie sich in gleicher Situation. Dieses Mal traf sie den linken Pfosten. „Die Chancen waren vielleicht zu einfach“, sagte die 25-Jährige. „Man muss das abschütteln und weitermachen.“

Nach dem Seitentausch zeigte Harder dann ihre ganze Klasse: Tempo, Passspiel, Ballsicherheit, Übersicht – im Zusammenspiel mit Pajor stürzte sie die Atlético-Abwehr von einer Verlegenheit in die nächste. „Der Schlüssel war, dass wir das Tempo hochgehalten haben. Atlético ist in der zweiten Hälfte müde geworden“, so Harder.

Lerch attestierte in seiner Analyse vor allem Pajor eine Klasseleistung. „Sie hat viele Wege gemacht, viele Lücken gerissen. Ewa wird immer besser und ist längst nicht am Ende ihrer Entwicklung.“ Mit Blick auf die anstehenden Aufgaben in drei aufeinanderfolgenden englischen Wochen gönnte Lerch seinen beiden Top-Spielerinnen einen vorzeitigen Feierabend und den Applaus der 1523 Zuschauer im AOK-Stadion.

Am Sonntag geht es für Spitzenreiter VfL bereits in der Bundesliga weiter. Um 13 Uhr ist der Tabellenvierte SC Freiburg zu Gast im Allerpark. „Keine leichte Aufgabe“, sagt Lerch. „Wir müssen konzentriert bleiben.“

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