Unterwegs für Klimagerechtigkeit

Ökumenische Pilger wandern von Bonn nach Kattowitz – und machen Station in Räbke

25 Frauen und Männer waren in Räbke zu Gast und setzten ihren Pilgerweg nach Verabschiedung durch Bürgermeister Rainer Angerstein (links im Bild) in Richtung Schöningen fort.

Räbke. 25 Klima-Pilger kamen in dieser Woche auf ihrem Weg von Bonn nach Polen durch Räbke. Sie sind im Rahmen des 3. Ökumenischen Pilgerwegs unterwegs und setzen sich für Klimagerechtigkeit ein, wollen die Bürger und Politiker für das Thema sensibilisieren und sich für die gute Sache stark machen. Dafür machen die Pilger unterwegs mit Transparenten auf ihr Anliegen aufmerksam.

Start der Wanderung war unter dem Motto: „Geht doch!“ am 9. September in Bonn, weil dort die letzte Welt-Klimakonferenz stattgefunden hat. Als Ziel ist Kattowitz ausgewählt, weil dort ab 3. Dezember die Spielregeln für die Umsetzung des Pariser Klimaabkommens verhandelt werden.

Am Dienstag kamen die Pilger in Königslutter zur Übernachtung an, die Kirchengemeinde hatte für Privatquartiere gesorgt. In Räbke führte der Weg am nächsten Tag zunächst in die Kirche und dann in die ehemalige Getreide-Mühle Liesebach. Abends nahmen die Wanderer Quartier im Gemeindehaus in Schöningen. Am Donnerstag war das Ziel das Schloss Hundisburg in Sachsen-Anhalt.
Die Teilnehmer des Pilgerwegs sind überwiegend im rüstigen Rentenalter und legen Tagesstrecken von 25 Kilometern zurück.
Entlang ihrer Pilgerroute sind die jeweiligen „Schmerzpunkte“ und „Kraftorte“ zum Kennenlernen vorbereitet. Kraftorte waren in Räbke die Kirche und das Mühlenmuseum. In der Kirche wurde die Gruppe von Propst Martin Fiedler und Diakon i.R. Paul Koch empfangen. Bürgermeister Rainer Angerstein nahm danach die Begrüßung in der Mühle vor.

Schmerzpunkte benannt

Die Schmerzpunkte kamen nach der Mittagsmahlzeit zur Sprache. Nachdem Klaus Röhr den Förderverein und die Mühle vorgestellt hatte, waren es Heike Wiegel von der Wolfenbütteler Atom-Ausstiegs-Gruppe (Asse II), sowie Michael Lohse und Andreas Fox, die über den Schacht Morsleben berichteten und die bekannten Zustände mit der Einlagerung von Atommüll beklagten.
„Die äußerst gefährlichen Rückstände dürfen nicht in das Grundwasser gelangen“, erklärten alle Referenten einstimmig. Und dies sei kein regionales, sondern ein gesamtdeutsches Problem.

Anzahl der Pilger variiert

Die Anzahl der Pilger wechselt, weil es streckenweise Ein- und Aussteiger sowie auch Tagespilger gibt. In Düsseldorf ist der Physiker i.R. Christian Seidel aus Potsdam hinzu gekommen und übernahm die Sprecherfunktion für die Gruppe.
„Mit unseren Initiativen jeweils vor Ort wollen wir Impulse bezüglich des Umweltgedankens geben“, beschreibt er das Anliegen dieses Projektes, das auf der Pilgerbasis „Paris“ von 2015 aufbaut.
Ein besonderes Ereignis war für die Gruppe das Eintreffen am Hambacher Wald. Weil die Räumung durch die Polizei bereits eingestellt war, konnte die Pilgergruppe ihre angemeldete Demonstration dort nicht mehr durchführen. Von den vor Ort ausharrenden Kohlekraftwerkgegnern bekamen sie einen Wimpel als Geschenk.

Lokale Pilger kommen vom Elmhaus

In Räbke schlossen sich den Pilgern Renate und Christoph Buchholtz vom Elmhaus in Schöningen an: „Wir wohnen umweltbewusst am Elmrand und möchten mit unserer Teilnahme das Vorhaben unterstützen.“ Die Schöningerin Regina Mengel führte die Gruppe zum Aussichtspunkt des ehemaligen Kohletagebaues und Diakon Thomas Keller gab Auskunft über das „Tal“ und den entstehenden Lappwaldsee.

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