"Als Autor bin ich ein kleiner Perfektionist" - Neue Helmstedter
22. September 2018
Menschen

„Als Autor bin ich ein kleiner Perfektionist“

Der Schöninger Schriftsteller Jonas Kolb veröffentlicht in kurzen Abständen vier seiner Bücher

Lyrik ist Leidenschaft – das machen die Bücher des Schöninger Schriftstellers Jonas Kolb deutlich. Foto: Lüer

Schöningen. „In meinem Kopf sprudelt es nur so vor Ideen und Einfällen“, sagt Jonas Kolb. Kein Wunder, dass der Schöninger beinahe im Monatstakt seine Bücher veröffentlicht. „moRRRn“, „Jonas im Bauch des Wahns“, „Eden: Das infinite Böse“ und „Dreilöwenköpfig“ – so heißen die Lektüren, die kürzlich in überarbeiteter Auflage oder neu erschienen sind.

Die Themen sind breit gefächert. Kolb schreibt über das, was ihm „unter den Nägeln brennt“. „Hier und da warten handschriftliche Texte, Artwork-Abschnitte und die beste Literatur, die mir möglich ist“, sagt der 25-Jährige schmunzelnd. Vor allem „moRRRn“ gibt einen Einblick in den kreativen Schöpfungsprozess moderner Lyrik und zeigt, wie nackte Worte und Texte noch vor dem späteren Druckerzeugnis für sich stehen und wirken können.

Etwas Biblisches möchte der kreative Autor den Texten in „Jonas im Bauch des Wahns“ zusprechen. „In dieser Lektüre spiegelt sich mein Interesse an religiösen Themen wider, trotzdem liest es sich ohne jeglichen Glaubenstouch“, verspricht er und gibt vielversprechende Einblicke: „Unter anderem erlebt der Leser mein Resthirn bei ausgeklügelter empirischer Arbeit, wenn ich Dantes Göttliche Komödie mit einem NKD-Sommerkleid im Harz nachspiele und dafür meine Seele verliere.“

Was ist „das infinite Böse“? Im philosophischen Sinne? Im Alltagstrott? In diesem speziellen Fall ist es eine theatralische Reisegeschichte vom Weltall ins kalte Europa, von Europa ins ferne Indien und von Indien an den Ort, an dem Wegweiser und gute Freunde wichtiger sind denn je.

„In meinen Büchern lege ich viel Wert auf gewisse Sachen, etwa bestimmte Satzmuster oder Schriftarten“, erklärt Kolb. Sein Anspruch an sich selbst sei hoch und akribisch seine Arbeitsweise. „Ja, als Autor bin ich wirklich ein kleiner Perfektionist“, bestätigt er lachend.

Der am 7. September publizierte Lyrikband „Dreilöwenköpfig – oder: Archmides Lachen“ rundet Kolbs „literarisches Quartett“ nun ab. Vielleicht ist dieses das finsterste Werk des jungen Schriftstellers: „Über allem schwebt eine sehr lebensfeindliche Grundstimmung. Dennoch wird der Leser am Ende mit einem herzerwärmenden Lächeln entlassen“, verspricht Kolb, der augenscheinlich gerne zum düsteren Schlag in Reimform ausholt, beschwichtigend.

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