18. September 2018
Sport

Punkteteilung nach packendem Showdown

Fußball-Bundesliga: VfL Wolfsburg und Hertha BSC Berlin spielen unentschieden – Später Ausgleich durch Mehmedi

Wolfsburgs Jerome Roussillon lässt Valentino Lazaro stehen. Foto: regios24/Darius Simka

Wolfsburg. Grün-weißer Jubel – lähmendes Entsetzen beim „Wölfe-Anhang“– grenzenlose Freude bei den VfL-Fans: So sah es aus, das Wechselbad der Gefühle am späten Samstagnachmittag in der Volkswagen Arena. Nach einer denkwürdigen Schlussphase und zwei Treffern in der Nachspielzeit trennten sich die Bundesliga-Fußballer des VfL Wolfsburg und von Hertha BSC Berlin 2:2 (0:0)-unentschieden.

Keine Frage, der Schlussakkord hatte es in sich, die 25 090 Zuschauer in der Volkswagen Arena waren begeistert und verabschiedeten beide Mannschaften mit Applaus. „Als Fußballfan hat das einfach Spaß gemacht, zwei Mannschaften mit solch brutaler Intensität zu sehen“, betonte auch VfL-Chefcoach Bruno Labbadia, dessen Elf eine tolle Moral bewiesen hatte und gleich zweimal nach einem Rückstand wiedergekommen war.

Zunächst war es Yunus Malli, der per Strafstoß nach einem Foul an Maximilian Arnold (87.) den 1:1-Ausgleich erzielte, nachdem Javairo Dilrosun (61.) die Gäste überraschend in Führung gebracht hatte. Doch die Freude über den Ausgleich währte nur kurz bei den „Wölfen“, denn Ondrej Duda brachte die Berliner in der ersten Minute der Nachspielzeit mit einem frechen Freistoß unter der Mauer hindurch erneut in Front. Der VfL schien geschlagen. Aber keine 120 Sekunden später war Admir Mehmedi zur Stelle und ließ die Volkswagen Arena mit seinem Treffer zum 2:2-Endstand beben.

Doch der Reihe nach: VfL-Chefcoach Bruno Labbadia hatte im „Spitzenspiel“ gegen die punktgleichen Berliner auf die zehn Feldspieler gesetzt, die vor der Länderspielpause beim 3:1-Sieg gegen Leverkusen begonnen hatten. Lediglich im Tor gab es einen Wechsel: Kapitän Koen Casteels, der aufgrund der Geburt seiner Tochter in Leverkusen gefehlt hatte, hütete wieder das VfL-Gehäuse.

Und es schien so, als sollten die „Wölfe“ den Schwung aus Leverkusen über die Pause gerettet haben. Die Wolfsburger diktierten von Beginn an das Geschehen und suchten gegen die Berliner Defensivkünstler, die ohne Gegentreffer die Reise in die Volkswagen Arena angetreten hatten, mutig den Weg nach vorne. Jerome Roussillon (2.) zwang Hertha-Schlussmann Rune Jarstein mit einer Direktabnahme zu einer Glanztat. Ebenso wie William, dessen abgefälschten Schuss (15.) der Norweger gerade noch aus dem Eck kratzte.

Es waren die besten Möglichkeiten der Hausherren, die in Durchgang eins in allen Statistiken weit vorne lagen. Von den Berlinern war offensiv nahezu nichts zu sehen. Lediglich bei einem Kopfball-Aufsetzer von Marko Grujic (43.) musste sich Koen Casteels strecken. So ging es mit einer Nullnummer der besseren Art in die Pause.

Nach zwei Halbchancen auf beiden Seiten zu Beginn der zweiten Hälfte wurden die „Wölfe“ dann eiskalt erwischt: Dilrosun spritzte in einen Fehlpass von William, nahm Tempo auf und überwand Casteels mit einem platzierten Flachschuss ins lange Eck – das 0:1 nach 61 Minuten, es war zugleich der Startschuss für eine packende Schlussphase, in der Herthas Schlussmann Jarstein unüberwindbar schien. Stark, wie er gegen Wout Weghorst parierte (66.).

VfL-Coach Labbadia setzte letztlich alles auf eine Karte, brachte mit Admir Mehmedi, Daniel Ginczek und Yunus Malli gleich drei neue Offensivkräfte. Mit durchschlagendem Erfolg eben. „Es freut mich total und macht mich stolz, wie wir zweimal zurückgekommen sind – und das mehr als verdient. Wir sind zufrieden mit dem Punkt, hätten aber auch einen Dreier holen können“, resümierte Labbadia schließlich.

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