„Nährboden für ein Miteinander“

Matthias Lorenz wünscht sich für die Samtgemeinde Nord-Elm, dass sie weiter lebendig bleibt

Matthias Lorenz ist sichtlich stolz auf das lebendige und gesunde Miteinander in „seiner“ Samtgemeinde ­Nord-Elm. Hier besucht der Bürgermeister gerade das Freibad Räbke.

Süpplingen. Was genau macht eigentlich die Samtgemeinde Nord-Elm lebens- und liebenswert? Wo stecken die Probleme? Und wie gestaltet sich die Zukunft? Mit diesen und vielen anderen Fragen setzt sich Matthias Lorenz nicht zum ersten Mal auseinander. Im fünften Teil der Serie „Heimatliebe“ wagt die Neue Helmstedter einen Blick auf die Samtgemeinde Nord-Elm und ihren Bürgermeister.

Gemeinsam mit ihm beleuchten wir spannende Plätze, schauen hin, wo sich Jung und Alt treffen, und welche Orte sich besonders zum Verweilen eignen. Außerdem stellen wir den Bürgermeister in ein Kreuzverhör, in dem er sich spontan den Entweder-oder-Fragen stellen muss.

Wer die Samtgemeinde Nord-Elm erleben will, muss insgesamt sechs Dörfer besuchen und sich auf sie einlassen: Denn Frellstedt, Räbke, Süpplingen, Süpplingenburg, Warberg und Wolsdorf haben alle ihren ganz individuellen Charme. Gemeinsam mit Samtgemeindebürgermeister Matthias Lorenz wagt die NH einen Streifzug durch die Orte und deren Besonderheiten.

Mein Lieblingsplatz zum Verweilen ist …
… die Bank an der Laube in meinem Garten (Sonnenplatz).

Mein Lieblingsplatz zum Feiern ist …
… unsere Stube und Terrasse. Auch in urigen Gaststätten und Kneipen.

Der schönste Treffpunkt zum Tratschen ist …
… jeder Fußweg, jeder Platz, in Vereinsheimen. Im Prinzip fast überall. Das „Schnacken“ gehört zum Dorf dazu.

Die urigste Ecke ist …
Auch davon haben wir einige. Die alte Lokomotive am Dorfgemeinschaftshaus Wolsdorf, der Noyantplatz am „Ententeich“ in Süpplingen und diese schöne, ursprüngliche Landschaft südlich von Frellstedt, ebenso der Teich im Schieren.

Die lauteste Ecke ist …
… die B-1-Ortsdurchfahrt Süpplingen, wenn auf der A 2 Stau oder Sperrung ist, und der Umleitungsverkehr läuft.

Die leiseste Ecke ist …
Ach, wir haben viele leise Ecken in Nord-Elm, die zur Ruhe dienen, zum Entspannen oder Nachdenken. Beispielhaft denke ich an unsere herrlichen Wälder Schieren, Eitz, Elz und Dorm, oder die Wege entlang der Schunter. Auch in den Gemeinden oder in der freien Landschaft finden sich Orte zum Innehalten und Genießen. Ich sitze auch gern mal in der Heimatstube in der „Alten Schule“ in Süpplingen, bestaune die alten Bilder und Karten.

Die schönsten Sehenswürdigkeiten sind …
… das Trio: St.-Johannes-Basilika Süpplingenburg, Burg Warberg, Räbker Wassermühle Liesebach. Dazu haben wir ja noch das historische „Dorf am Petersteich“ in Süpplingenburg und unser Freibad mit Schuntersee in Räbke. Gefreut habe ich mich über die „Spitzenplätze“ und Auszeichnungen der Gemeinden Warberg und Räbke, die beim Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ mitmachen. Die Teilnahme von Räbke am Bundeswettbewerb ist bisher einzigartig im Landkreis.

Wo trifft man Jung, wo trifft man Alt?
In unseren sechs Mitgliedsgemeinden gibt es ein gutes und gesundes Miteinander von Jung und Alt. Eine große Anzahl von Vereinen, Verbänden und die Kirchengemeinden organisieren das gesellschaftliche Leben. Darunter sind natürlich auch einzelne Angebote für Kinder und Jugendliche, zum Beispiel bei der Freiwilligen Feuerwehr oder beim Sport oder für die Älteren zum Beispiel beim Seniorenkaffee oder der Frauenhilfe. Grundsätzlich kommen bei Volksfesten oder bei Vereinsveranstaltungen Jung und Alt zueinander.

Es lohnt sich in meiner Gemeinde zu leben, weil …
… die Samtgemeinde Nord-Elm davon lebt, dass in ihr Bürger und Bürgerinnen wohnen und arbeiten, und diese sich aktiv in das gemeinschaftliche Geschehen einbringen. Hier leben viele Mitmenschen, die sich als Nährboden für ein lebendiges Miteinander verstehen. Sie übernehmen Verantwortung, bereichern durch ihr Engagement mit Angeboten den Alltag und beugen auch der Vereinsamung vor. Damit können wir uns sehr glücklich schätzen.

Demografischer Wandel und knappe Kommunalmittel – heißt Politik, den Mangel zu verwalten?
Im Prinzip wäre die Mangelverwaltung die Folge der knappen Haushaltsmittel. Also braucht man Mut, Ideen und Innovationen, um nach vorne schauen zu können. Viel wird durch Ehrenamtliche in den Gemeinden ausgeglichen, Kreativität ist gefordert. Die Kommunalpolitik nimmt sehr viel Verantwortung auf sich, damit die Zukunft gestaltet werden kann. Unser Freibad, unsere Feuerwehren und Friedhöfe sind weitere gute Beispiele, dass sich stete Sanierung und Investition – auch mit Augenmaß – auf Dauer auszahlen. Wir haben Zuzug und versuchen, unsere älteren Mitbürger insbesondere mit dem Seniorenpflegehaus des DRK sowie den Seniorenwohnungen in Frellstedt und Süpplingen auch im Alter Wohnmöglichkeiten anbieten zu können. Fördervereine und die Stiftung Pro Warberg sind weitere positive Beispiele für Gestaltung durch ehrenamtliches Engagement.

Ein Blick in die Zukunft – welches Thema raubt Ihnen am ehesten den Schlaf?
Ach, Schlaf muss sein. Bei der andauernden Unterfinanzierung der Städte und Gemeinden durch den Bund und die Länder wäre man ja sonst dauernd schlaflos. Punktuelle Entlastungen – zum Beispiel Konjunkturprojekte – reichen nicht aus. Eine umfassende Neuaufstellung des Finanzausgleichs ist überfällig – und in Niedersachsen eine Kommunalreform. Zudem haben wir nicht nur eine Finanzierungs-, sondern auch ein Umlageproblem. Die Gemeinde steht am Anfang der „Nahrungskette“ und zahlt oft bitter drauf, zum Beispiel bei den Kosten der Flüchtlingsunterbringung. Dabei sind die Kommunen die Wurzel eines demokratischen Staates – leider spürt man die erforderliche finanzielle Wertschätzung von Bund und Land nicht.

Über welches erreichte Ziel freuen Sie sich besonders?
Ganz klar: Der Ausbau der Kinderbetreuung Nord-Elm seit 2009 läuft auf Hochtouren. Zusammen mit dem DRK Kreisverband Helmstedt bieten wir Kinderkrippe, Kindergärten und den Hort in der Grundschule an. Gerade waren das Richtfest für die Kindertagesstätte in Räbke und die Einweihung des Kindergartens in Süpplingenburg. Die Sanierung des Süpplinger Kindergartens ist abgeschlossen, der Bau der Kindertagesstätte in Wolsdorf nähert sich dem Baubeginn. Ebenso stehen noch die Kindergärten in Frellstedt und Warberg auf der Agenda. Und dann haben wir mit der Grundschule „An der Schunter“ in Süpplingen gemessen an Ausstattung, Einrichtung und Möglichkeiten sicherlich eine der besten Grundschulen im Landkreis Helmstedt. Das ist schon ein herausragender Standortfaktor.

Für meine Gemeinden wünsche ich mir …
…, dass es immer Zuzug gibt, damit sie lebendig bleiben, und es immer Menschen gibt, die sich ehrenamtlich für die Allgemeinheit und das Gemeinwohl einsetzen. Dazu gehören auch Freiwilligkeit und Ehrenamt für den gemeindlichen Brandschutz in den Feuerwehren. Hier sind alle interessierten Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen angesprochen.

 

Im Fragenhagel: Entweder … oder …

Nord-Elm-Samtgemeindebürgermeister Matthias Lorenz schlägt sich im NH-Kreuzverhör

Süpplingen. Schokolade oder Gummibärchen, Geld oder Liebe? So manche Antwort von Matthias Lorenz lässt sich erahnen, andere überraschen. Spontan musste sich der Samtgemeindebürgermeister Nord-Elm den Fragen im Kreuzverhör stellen. Lesen Sie selbst!

Meer oder Berge? Meer.

Bier oder Wein? Derzeit gar nichts, ansonsten Wein.

Blond oder brünett? Da entziehe ich mich der Antwort lieber … (lacht)

Harz oder Mallorca? Harz.

Pizza oder Pasta? Beides gut.

Halb leer oder halb voll? Halb voll.

Schokolade oder Gummibärchen? Ich war früher starker Schokoladiker, seit Ostern 2015 bin ich aber fast abstinent. Also heute eher Gummibärchen.

Fußball oder Formel 1 ? Fußball.

Ketchup oder Mayonnaise? Ketchup.

Aufzug oder Treppe? Mittlerweile bevorzuge ich die Treppe. Tut gut.

Warm oder kalt? Im Sommer warm, im Winter eiskalt.

Morgenmensch oder -muffel? Muffel. Beim Frühstück erstmal Zeitung lesen, dann werde ich redefreudiger.

Party oder Sofa? Sofa.

Schinken oder Käse? Käse.

Serie oder Film? Film.

Margarine oder Butter? Butter.

Geld oder Liebe? Liebe.

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