Auf einmal geht alles ganz schnell

Radweg von Meinkot nach Velpke: Die Bauarbeiten laufen – Menschen feiern ersten Spatenstich

Beim ersten Spatenstich in Meinkot dabei waren: Velpkes Planer Henning Glaser, Samtgemindebürgermeister Rüdiger Fricke, Bernd Mühlnickel von der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, der SPD-Landtagsabgeordnete Jörn Domeier, Velpkes Bürgermeister Mark Kreutzberg, der Vorsitzende des Samtgemeinderates Herbert Groenke (SPD), Roland Sahr aus dem Gemeinderat Velpke (CDU) und Helmstedts Landrat Gerhard Radeck (von links). Foto: Erik Beyen

Meinkot. Es hat lange gedauert, sehr lange. Und so nutzte Velpkes Bürgermeister Mark Kreutzberg dann auch das entsprechende Sprichwort: „Was lange währt, wird endlich gut.“ Das ehrenamtliche Gemeindeoberhaupt war einer von etwa 50 Gästen, die dieser Tage zum ersten Spatenstich für den lange ersehnten Radweg zwischen Meinkot und Velpke entlang der Landesstraße 647 gekommen waren. Diesem Akt wohnten neben ihm auch der SPD-Landtagsabgeordnete Jörn Domeier, Helmstedts Landrat Gerhard Radeck, Velpkes Samtgemeindebürgermeister Rüdiger Fricke, politische Vertreter aus Velpke, Herbert Groenke und Stefan Winterboer von der Initiative „Radweg Velpke-Meinko“ sowie der Leiter der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Wolfenbüttel, Bernd Mühlnickel, bei.

Der Radweg soll bereits im Dezember fertig sein. Mühlnickel zeigte sich über die kurze Planungszeit erfreut und zog damit den Unmut der Anwesenden auf sich. Seine Ausführungen stimmen, was die offizielle Beteiligung seiner Behörde betrifft. Tatsächlich aber haben insbesondere die Meinkoter bereits seit 1988 um den Radweg gekämpft.

Niedersachsen sah darin aber keine Priorität und lehnte die entsprechende Anfrage ab. Bei dieser Auffassung ist es grundsätzlich bis heute geblieben, wäre da nicht das „Modellvorhaben“ erfunden worden. Es besagt: Das Land zahlt nur 50 Prozent der reinen Baukosten für den Radweg, Grunderwerb, Planung und die weiteren 50 Prozent trägt die Gemeinde.

1994 einigten sich die beiden Parteien grundsätzlich genau darauf, allerdings verweigerte die lokale Politik zwei Jahre später die Unterschrift unter dem entsprechenden Vertrag. Ihre Begründung: Der Haushalt wäre zu sehr belastet worden.
Ab dem Jahr 2000 ging man in Velpke in konkrete Planungen für den Rad- und Fußweg.

Nahezu jedes Jahr landete das Thema nach Ausführungen von Samtgemeindebürgermeister Rüdiger Fricke in den Beratungen zum Haushalt. 2006 erklärte die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, dass der Radweg nicht in das Konzept des Landes 2007 aufgenommen worden sei, eine Aussage, an der in den Folgejahren nur die Jahreszahlen angepasst wurden. Das Land nahm als Baulastträger, und eigentlich für den Bau von Radwegen entlang von Landesstraßen zuständig, den Weg zwischen Velpke und Meinkot 2012 in sein Radwegekonzept auf.

Im Mai 2013 unterschrieben Land und Gemeinde besagte Vereinbarung über das „Modellvorhaben“ Radweg, und doch mussten die Menschen noch bis März dieses Jahres warten. Erst nach Intervention von diversen Seiten stellte das Land seinen Teil der Mittel für den Bau zur Verfügung.

In Zahlen: Nach Ausführungen der Velpker Verwaltung kostet der Radweg 764 000 Euro. Darin sind Grunderwerb und Planung enthalten. Von den reinen Baukosten übernimmt das Land als Baulastträger 305 000 Euro. „459 000 Euro werden von der Gemeinde Velpke für eine eigentlich dem Land obliegende Aufgabe getragen“, sagte Samtgemeindebürgermeister Rüdiger Fricke in seiner Ansprache. Auch Landrat Gerhard Radeck betonte: „Dafür habe ich wenig Verständnis.“ Und selbst Bernd Mühlnickel hatte diese Kostenteilung vorab kritisiert. Sie ist seinen Worten nach aber gängige Praxis.

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