Aerie-Festival: Trotz Abbruch ein Erfolg - Neue Helmstedter
31. Juli 2018
Kultur

Aerie-Festival: Trotz Abbruch ein Erfolg

Über 630 Gäste erleben tolle Musik bei ausgelassener Stimmung, dann den vorzeitigen Abbruch

Die Feierstimmung wurde mit jeder Band, die die Bretter der Bühne rockte, besser. Foto: Erik Beyen

Querenhorst. Es war das Ereignis, das die Gemeinde Querenhorst weit über die Grenzen der Region hätte bekanntmachen sollen: Aerie, das Indie-Rock-Festival unter freiem Himmel.

Am vergangenen Samstag fand es zum ersten Mal auf dem alten Sportplatz hinter dem Gemeinde- und Kulturzentrum statt. Wegen einer Unwetterwarnung mussten die Veranstalter um Stefan Ickert die Sause vorzeitig abbrechen.
Ein herber Schlag für die Organisatoren, eine Enttäuschung für die über 630 Gäste, aber die richtige Entscheidung, wie sich herausstellen sollte, die zudem den Erfolg des Festivals als solches nicht schmälern konnte.

Über Monate liefen die Vorbereitungen für das Festival, ein Aufwand, der sich trotz des vorzeitigen Abbruchs offensichtlich gelohnt hat. Über 630 verkaufte Karten, und das trotz einer Wolkenbruchunterbrechung mit Stromausfall am frühen Nachmittag, Kinder in Begleitung eines Erwachsenen hatten freien Eintritt.
Auf dem Gelände befanden sich über 700 Menschen, die ausgelassen feierten. Elf Bands sollten von 13 Uhr am Samstag bis 0.30 Uhr am frühen Sonntagmorgen abrocken, nur von kurzen Umbauphasen das Festival rocken.

Für das Publikum gabs dazu Strandfeeling mit echtem Sand bei Cocktails, Liegestühlen und diversen Buden für Getränke und Speisen. Das Konzept war durchdacht und griff. Das Festivalgelände glich einem Wohlfühlbereich. Direkt daneben hatten die Veranstalter eine riesige Fläche zum Parkplatz umfunktioniert und sogar Parkbuchten abgekreidet.
Die Feuerwehren aus Querenhorst, Mariental und Grasleben sowie das DRK waren ständig mit Kräften vor Ort, reflektierende Schilder zeigten Fluchtwege, Sammelstellen und sogar die Feuerwehrzufahrt an. Ein allgegenwärtiger Sicherheitsdienst aus Helmstedt gewährte ausnahmslos nur nach strenger Taschenkontrolle Einlass.
Bis zum Abbruch herrschte ausgelassene friedliche Feierstimmung, die mit jeder Band, die die Bretter der Bühne rockte, besser wurde.

Doch gegen 22.15 Uhr musste Stefan Ickert dann das Ende verkünden, ein Unwetter zog auf. In Wolfsburg hatte das bereits für Schäden gesorgt. Windstärke neun drohte, Starkregen, Gewitter. Nun griff das Sicherheitskonzept richtig: Geordnet verließen die Menschen binnen Minuten das Gelände durch eigens geöffnete Tore zu ihren Autos.
Für die, die keinen Schutz in einem Auto fanden, beleuchtete die Feuerwehr den Weg vom Gelände zum Gemeinde- und Kulturzentrum. Kein Mensch kam zu Schaden. Das Unwetter setzte bereits während der Räumung ein.
Am Ende Ernüchterung, aber: Die Veranstalter haben positive Eindrücke hinterlassen, dies sowohl auf das Festival als auch auf das Management im Ernstfall bezogen.

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